„3th International Colony of Ceramic Art, Croatia“ mit Katharina Böttcher

Eingeladen hatte Frane Abramovic zur 3. Kolonie Varbonj, Kroatien dieses Jahr mit 5 Keramikerinnen aus 5 Ländern: Helena Hlušicková, Tschechische Republik, Evelina Herkules Hägglund, Schweden, Betül Kurt, Türkei, Elina Titane, Lettland und Katharina Böttcher, Deutschland. 
Vom 18. bis zum 28. August – 10 Tage auf der wunderschönen dalmatinischen Insel Hvar.

In der Schule von Vrbanj waren Arbeitstische, Werkzeuge, Ton und Ventilatoren für ein bisschen Luftzug bereitgestellt und los ging es. Am ersten Abend zur öffentlichen Präsentation mit einigen Gästen stellte jede von uns ihre Arbeit in einem 15-bis 30-minütigen Vortrag vor. Während der nächsten sechs Tage entstanden unsere tönernen Werke. Ab und zu kamen interessierte Besucher, bewunderten Entstandenes und fragten uns aus über Entstehendes.

Elina Titane, Lettland

Gefäße, Betül Kurt, Türkei

Speerspitzen und Messer, Evelina Herkules Hägglund, Schweden

Gefäß, Obvara, Katharina Böttcher

Auf unserem Programm stand Fische töpfern mit Kindern im Museum von Verbonk. Zwei Tage später ein Tagesausflug mit der Besichtigung einer Lavendel- und Rosmarinölfabrik, mit Museumsbesuch und Stadtrundgang in der Hauptstadt Hvar. Von dort per Boot zur kleinen Insel Parmizano mit Einladung zum Essen in ein Restaurant mit Galerie und Open Air Skulpturenpark und ein erfrischendes Bad im klaren Meer vor abgelegenen Felsen.

Währenddessen wurde die ersten Arbeiten in zwei kleineren Öfen geschrüht, es folgte ein Brand nach dem anderen und letztes Hand anlegen an unvollendete Objekte. In der Zeitung war die Ausstellungseröffnung für unseren letzten Abend um 20 Uhr angekündigt. Den ganzen Nachmittag über richteten wir den Raum her und rechtzeitig um 19.30 Uhr platzierten wir noch warme Objekte auf die Sockel. Nur Helenas Goldbrand brauchte zu lange zum Abkühlen, so dass ihre beiden schönsten Objekte erst am nächsten Tag in der Galerie gezeigt werden konnten.

Katharina Böttcher

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AdK-Ausstellung „Geld oder Leben – Nachdenken über Nachhaltigkeit“ in Reinbek

Leuchtobjekte aus Altglas, Abendtaschen aus Plastiktüten, Colliers aus Strandgut: Im Schloss Reinbek zeigen gegenwärtig 30 Künstlerinnen und Künstler der AdK Hamburg, welch hochwertige Produkte aus Abfall entstehen können. „Geld oder Leben – Nachdenken über Nachhaltigkeit“ heißt ihre Ausstellung, die wieder einmal beweist, wie innovativ und zukunftsorientiert Kunsthandwerk in Deutschland ist.

Zugegeben, die Ausstellung liegt ein wenig versteckt. Ganz oben, im dritten Stock, im sogenannten Krummspanner. Wer diese imposante Fachwerkkonstruktion noch nicht gesehen hat, wird überwältigt sein von dem riesigen, hallenartigen Dachstuhl, der in seiner erstaunlichen Höhe an ein mittelalterliches Kirchenschiff erinnert.

Als erstes stößt man auf eine kleine Sonderschau zum 100. Geburtstag der Keramikerin Monika Maetzel (1917-2010). Die Tochter des Hamburger Künstler-Ehepaares Dorothea Maetzel-Johannsen und Emil Maetzel gehörte zu den Gründungsmitgliedern der AdK Hamburg 1956 und ist mit ihrer markanten Formsprache und den immer wiederkehrenden weiß-braunen oder blau-grünen Mustern und Glasuren weit über Hamburg hinaus bekannt geworden.

Im nächsten Raum dann präsentiert die AdK Hamburg eine Fülle von Objekten aus Glas, Holz, Keramik, Metall und Textil, die vor Augen führen, wie kreativ man den Raubbau an natürlichen Ressourcen mindern und das Kaufen für die Mülltonne eindämmen kann.

Viele der hier vertretenen Künstlerinnen und Künstler experimentieren bereits seit langem mit gebrauchten und entsorgten Materialien. Die ersten Radiergummi-Ketten von Claudia Römer beispielsweise stammen aus einer Zeit, als man den Begriff „Upcycling“ noch gar nicht kannte.

AppleMark

Heute ist Upcycling einer der Schlagworte, wenn es um Nachhaltigkeit geht: Ob Stuhlbezüge und Flaschenhussen aus Filz (Anja Matzke-Schubert), Teppiche aus alten Krawatten (Ulrike Isensee), Ketten aus Kronkorken (Claudia Westhaus), Schatzkästchen aus Konservendosen (Karen Knickrehm) oder Leuchtwände aus Altglas (Sybille Homann) – es fällt schwer, aus den vielen phantastischen Entwürfen, die im Schloss Reinbek versammelt sind, einzelne Beispiele herauszugreifen.

Den meisten Objekten sieht man ihr Material an, bei den Ohrclips von Friederike Rohse allerdings würde wohl niemand den ursprünglichen Gebrauch erraten: Ihre mit Blattgold patinierten Halbkugeln in der Form von Blütenstempel entstanden aus den entsorgten Endstücken einer Duschvorhangstange.

Silja Böhm liefert unterdessen mit filigranen Ketten aus gestanztem Plastik und Silber den Beweis, wie vielseitig und dekorativ sich alte Plastikflaschen einsetzen lassen. Und Annette Kutz schafft es tatsächlich, ihre extravaganten Ringe und Krawattenklemmen zum Blühen zu bringen: Der Silberschmuck ist mit echten Pflanzen bestückt und sogar tragbar. Allerdings nur mit großer Vorsicht und auch nicht allzu lang.

Die Textil- und Holzarbeiten sind da ungleich robuster. Bestes Beispiel die  riesigen Schalen von Hermann Savary aus uraltem, deutschen Mammut-Kernholz. Oder auch die eleganten Abendtaschen der Weberin Silke Janssen. Wer sie zur Hand nimmt, mag einfach nicht glauben, nur Mülltüten in den Fingern zu halten.

Nike Hübner

„Geld oder Leben – Nachdenken über Nachhaltigkeit“, eine Ausstellung der AdK Hamburg im Schloss Reinbek, bis 10. September. Mi-So 10-17 Uhr.

Am 8. September, 10-18 Uhr veranstaltet die AdK Hamburg zum Thema Nachhaltigkeit ein ganztägiges Symposium im Schloss Reinbek. Eintritt: 3 Euro.

Alle Infos zu den Vorträgen auf www.adk-hamburg.de und www.schloss-reinbek.org

Fotos: Schloss Reinbek

 

 

 

 

 

 

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Ilka Bruse zu Gast im Museum of Arts and Design in New York

Was für eine Einladung –

zur LOOT im MAD in New York meinen Schmuck auszustellen.

MAD New York

Kuratiert von Bryna Pomp .

Bryna Pomp mit Schmuck von Ilka Bruse

Sie ist Ansprechpartnerin und großartige Hilfe während der gesamten Vorbereitungszeit und der Ausstellung selber.

Stolz und Freude – und dann die Arbeit.

Schmucktransport und Zoll, intensive Reise- und Ausstellungsvorbereitungen.

60 Stücke wollen gebaut werden.

4 Wochen vor Ausstellungsbeginn geht der Schmuck auf die Reise nach New York –

alles kommt heil an, der erste große Schritt ist getan.

Auch meine Anreise klappt wunderbar.

Ilka Bruse im MAD

3 Tage vor Ausstellungsbeginn Zeit in die Stadt einzutauchen – Atmosphäre erlaufen.

Ich werde aufgenommen, unaufgeregt und selbstverständlich Teil dieses Ortes zu sein.

Am vierten Tag Aufbau. Die Vitrinen stehen bereit , ein unglaublich hilfsbereites Mitarbeiterteam des Museum ebenfalls.

Zum Abschluss des Tages ein Empfang.

Michelle Cohen, Förderin des Museums, läd alle Aussteller in ihr beeindruckendes Stadthaus direkt am Central Park ein.

Am kommenden Tag Eröffnung.

Das Museum voller Fotografen und illustrer Gäste.

Ausstellungseröffnung
Foto: J. Bascom

Die Besucherinnen und Besucher auch an allen weiteren Ausstellungstagen – ein Fest für die Augen.

So schillernd bunt und mit so großer Lust am Schmücken.

Foto: J. Bascom

Foto: J. Bascom

Bryna Pomp mit Stilikone Iris Apfel
Foto: J. Bascom

Foto: J. Bascom

Zeit zum Austausch mit den Kollegen gibt es beim gemeinsamen Lunch.

So schillernd bunt und mit so großer Lust am Schmücken.

Eingeladen vom Museum  in die  Mitarbeiterküche  hoch über dem Central Park,

gibt es wunderbar Gelegenheit, miteinander in´s Gespräch zu kommen.

50 Aussteller aus über 20 Ländern – mit so unterschiedlichen Arbeiten und Materialien.

Eine inspirierende Zeit dort.

Was ich mit nach Hause nehme –

größer zu denken,

Spaß am Ausdruck, den ich mit meiner Arbeit erfinden kann

und ruhig auch mal  Lust an der Aufmerksamkeit

von Anderen und für mich.

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„An die Flasche geraten und hängengeblieben“- Portrait der Glaskünstlerin Sybille Homann

An die Flasche geraten und hängengeblieben“ – so fasst Sybille Homann ihre Biografie zusammen und meint es damit durchaus ernst. Die gebürtige Bremerin verarbeitet Altglas, vorwiegend Weinflaschen, zu puristisch-schönen Gebrauchsgegenständen, vom Leuchtobjekt bis zum Raumteiler. Seit 2016 ist die Glaskünstlerin Mitglied der AdK.

Das Zeug kannst Du vielleicht mal im Bioladen verkaufen“. Sybille Homann erinnert sich nur zu gut an die abschätzige Bemerkung eines HfbK-Professors, als sie Mitte der 1990er Jahre begann, in der Kunsthochschule am Lerchenfeld Flaschen zu zerschneiden und neu zusammenzusetzen.

An der Schleifmaschine

Doch sie ließ sich nicht beirren, schließlich war sie bereits eine gestandene Designerin, hatte nach dem Abitur in Bremen eine Tischlerlehre absolviert und fünf Semester Industriedesign an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel hinter sich. Doch das Studium in Kiel war ihr „zu verschult“, Sybille Homann wollte frei arbeiten, auch interessierte sie Glas mittlerweile mehr als Holz, gerade weil die Verarbeitung so schwierig ist: „Glas ist ein faszinierendes Material, aber man braucht lange, bis man es versteht“. Als die international renommierte Glaskünstlerin Ann Wolff 1993 nach Hamburg kam, um an der HfbK eine Professur anzunehmen, war für die Studentin klar, dass auch sie nach Hamburg musste. Bei Ann Wolff konnte sie endlich nach Lust und Laune experimentieren – leicht hatten es die Glaskünstler an der Kunsthochschule jedoch nicht. „Wir hatten keinen eigenen Ofen und haben deshalb nachts heimlich unsere Arbeiten in der Keramik gebrannt“, erinnert sich Sybille Homann. Und davon wären die Keramiker „gar nicht begeistert“ gewesen.

Blick in die Galerie

Eine Werkstattbeteiligung in Hohenhorst, unweit der Haseldorfer Marsch, folgte, auch einige Praktika in schwedischen Glashütten, wo Sybille Homann die Kunst des Glasschmelzens lernte, Wachsmodelle und verlorene Formen baute – doch ihren eigenen, unverwechselbaren Stil verdankt sie einer „Notlösung“, wie sie erzählt: „Ich brauchte irgendwann mal einen Messbecher und da ich keinen fand, schnitt ich kurzerhand den Hals einer Weinflasche ab“. Das Ergebnis war ein verblüffend formschöner Becher. Ein Schlüsselerlebnis für die Künstlerin. Sie erkannte das Potenzial, das in den Flaschen steckt und entwickelte eine Produktlinie. Endlich mal loslegen und sich nicht um die Finanzierung sorgen zu müssen, da das Grundmaterial im Überfluss vorhanden ist – und oftmals auch noch kostenlos. Ein nicht unerhebliches Argument, wenn man selbstständig ist und zudem noch alleinerziehende Mutter. Der Aspekt der Wiederverwertung gefällt Sybille Homann außerdem – Mitte der 90er Jahre gehörte sie damit sogar zur Avantgarde unter den angewandten Künstlern: „Als ich begann, mit vorhandenen Materialien zu experimentieren, war Recycling noch gar nicht angesagt und den Begriff Upcycling kannte noch keiner“, sagt Sybille Homann und lacht.

Seitdem hängt die Glaskünstlerin an der Flasche – obwohl Form und Farbe eher beschränkt sind: Wein-, Sekt-, Saft- und Wasserflaschen unterscheiden sich nur wenig, dann gibt es noch die kleineren Bierflaschen, sowie die markanten rundlichen Boxbeutelflaschen – und damit ist der Variantenreichtum auch schon ausgeschöpft. Auch die Farbpalette ist übersichtlich: Grün, braun und farblos sind die Regel, blaue und gar rote Flaschen eine kostbare Seltenheit. Für Sybille Homann ist die Begrenzung eine Herausforderung: „Es reizt mich einfach, mich auf die Formen einzulassen und sie immer neu zu interpretieren.“ sagt die Künstlerin, die nach Designstudium und mehreren Werkstattbeteiligungen heute eine Galerie auf St. Pauli betreibt. „Die einfache, klare Linie, wie man sie in den skandinavischen Ländern findet, liegt mir ohnehin viel mehr als das bunte, puttige Glas der Tschechen“. Wohl wahr. In ihrem Showroom und Atelier in der Kleinen Freiheit 46 dominiert die puristisch reduzierte Form. Dennoch gleicht kein Stück dem anderen. Jeder Becher, jeder Gießer hat seine individuelle Note, es scheint unendliche Variationen zu geben. Mitunter wirken die Tüllen wie riesige Schnäbel und geben den Gießern dann auch ihren Namen, wie „Pinguin“ oder „Schnabel“.

Materiallager

Eine ganze Wohn-Welt aus Glas. Wer will, kann sich hier komplett einrichten: Vom Kleiderhaken und Türgriff über Schalen und Kannen bis zu großformatigen Leuchtobjekten, Glastischen und Raumteilern ist alles zu finden. Selbst ein Bettgestell hängt an der Wand. Das allerdings stammt nicht von ihr, sondern von den Möbelherstellern performa aus Heilbronn. Sybille Homann stellt eine ganze Reihe befreundeter Künstler und Designer aus: Taschen von Noto aus Gusborn, Schmuck der Hamburgerin Ilka Bruse, Pfeffermühlen von Hergen Böttcher aus Bremen, Besteck von Latimeria aus Finnland. Was sie alle verbindet, ist ihre klare, elegante Designsprache und ihre hochwertige Verarbeitung. Perfektion muss sein, findet Sybille Homann, vor allem bei ihren eigenen Glasobjekten – „denn sonst ist es ja doch nur Altglas“.

 

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