Kunsthandwerk in Hamburg

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AdK Pop Up Store 2022

Lange war es ein Wunschtraum, nun ist es Wirklichkeit: Die AdK Hamburg betreibt seit dem 9. Februar 2022 einen Pop-Up-Store in der Hamburger City!

Ob Schmuck, Keramik, Papierobjekte, textile Accessoires oder Tafelaufsätze - wer „excellent arts and crafts“ sucht, hervorragendes Kunsthandwerk für jede Gelegenheit, der wird bis zum 30. April 2022 am charmanten Gustav-Mahler-Platz fündig.

 

Eine Galerie von mehr als 140 Quadratmeter für Angewandte Kunst im Herzen von Hamburg betreiben zu können, eine Galerie mit Platz für einen großzügigen Arbeitsbereich, an dem die Künstler*innen ihre Gewerke und Techniken vorführen, das ist ein echtes Geschenk! Möglich gemacht hat es die Freie und Hansestadt Hamburg, die im März 2021 beschloss, gegen den zunehmenden Leerstand der Innenstadt vorzugehen. Die Hamburger Kulturbehörde, die Hamburg Kreativ Gesellschaft sowie der Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen gründeten daraufhin den „Fonds für Kreative Zwischennutzung“, der es Künstler*innen aller Sparten erlaubt - zumindest auf Zeit - „geeignete Räume für Präsentation, Produktion und Handel“ für 1.50 Euro pro Quadratmeter zu nutzen.
Wer die Entwicklung der vergangenen Jahre verfolgt, der weiß, wie dramatisch die Lage ist. Nur noch Luxuslabel, Multis oder Billig-Ketten können sich die explodierenden Mieten in guten Lagen leisten. Corona wirkte in dieser Entwicklung wie ein Brandbeschleuniger. Der Fonds für Kreative Zwischennutzung will nun einen Wendepunkt markieren. Sicher wird sich Hamburg dadurch nicht neu erfinden, doch ein breites Spektrum feiner Geschäfte mit tollen Angeboten könnte die Schaulust wieder erwecken und einen Stadtbummel weitaus attraktiver machen als das Onlineshopping.

Der Pop-Up-Store der AdK Hamburg, (Arbeitsgemeinschaft des Kunsthandwerks) ist dabei ein wichtiger Baustein. Hier findet sich jene kreative Vielfalt, die in der City so rar gesät ist, ausgestattet mit einem außerordentlichen Angebot, das die Galerie Hilde Leiss am Großen Burstah und das Haus des Kunsthandwerks in der Koppel 66 ganz hervorragend ergänzt.

2022 02 Pop Up Blick in die Galerie

Blick in den Pop-Up-Store

Mehr als ein Dutzend vielfach ausgezeichneter Angewandter Künstler*innen präsentieren am Gustav-Mahler-Platz Schmuck, Holz, Keramik, Papier und Textil und bieten zudem Einblicke in ihre Arbeitsweise. Selbstredend ist jedes Objekt ein Unikat, das heißt, es stammt von der Idee bis zum fertigen Produkt aus einer Hand – aus einer Meister*innen Hand, wohlgemerkt.

Die Goldschmiedin Heike Ahrens lässt sich bei ihren Armbändern beispielsweise von Kindheitserinnerungen inspirieren und übersetzt Haargummis und Strohhalme in unkomplizierte, sehr lässige Armreife aus recyceltem Gold oder Silber. Mit ihren „Permanent Bracelets“ bietet Ahrens auch permanenten Schmuck aus feinen Gold- und Silberketten an, der direkt vor Ort am Handgelenk „zusammengeblitzt“ wird, wie sie sagt. Eine hochwertige, moderne Variation der Freundschaftsbänder.

Die erlesenen Schmuckstücke und Trinkgefäße ihrer Kollegin Kathrin Heinicke hingegen sind zumeist architektonisch geprägt. Wie kleine, funkelnde Edelsteine tragende Brücken wirken ihre Ringe und Anhänger. Und ihre hauchdünnen, mit Gedichten punzierten Schalen aus getriebenem Silber faszinieren nicht nur in ihrer Optik, sondern überraschen auch, sobald man sie zur Hand nimmt: Sie besitzen die Elastizität von Stahlfedern.

2022 02 Pop Up Kathrin Heinicke Schmuck

Kathrin Heinicke

Die vier Keramikerinnen im Pop-Up-Store der AdK zeigen die ganze Spannbreite und Schönheit des Materials – von hauchzart bis erdverbunden schwer. Während Susanne Behrens ihr handgedrehtes, meerblaues Geschirr für den familientauglichen Alltag entwirft, hat sich Nana König auf dünnwandige Gefäße und delikate Kristallglasuren spezialisiert: Kleine Preziosen mit bezaubernden Blütenmustern. Ähnlich fragil ist auch das Kordelporzellan von Silke Decker. Sie taucht Textilfäden in flüssiges Porzellan und kreiert auf diese Weise Objekte, die wie gestrickt oder gehäkelt wirken. Ganz anders die massiven, archaisch anmutenden Gefäße von Katharina Böttcher, in denen sich Einflüsse traditioneller Töpferkultur aus dem Mittelmeerraum und dem Orient spiegeln.

Während Kira Kotliar, die einzige Papierkünstlerin vor Ort, mit ihren hinreißenden, bunten Pappmaché-Figuren einen ganzen Kosmos an Zirkus- Theater- und Himmelsgeschöpfen beschwört, haben sich vier von fünf Textilkünstlerinnen des Pop-Up-Stores ebenso ausgefallener wie tragbarer Mode verschrieben.

2022 02 Pop Up Kira Kotliar Papier und Katharina Böttcher Keramik

Kira Kotliars Papierarbeiten und rechts Katharina Böttchers Keramikwerke

So faltet Marina Krog farbenprächtige Capes, Kragen und Schals aus Seide und Kunstfasern, die zum Teil an eine moderne Variante der spanischen und niederländischen Halskrausen des 16. Jahrhunderts erinnern. Aus der Hand der Plissee-Meisterin sind diese Accessoires jedoch so minimalistisch-fein und hauchzart gearbeitet, dass man sie kaum spürt. In jedem Fall verliehen sie ihren Trägerinnen eine schwerelose, fast schon hoheitsvolle Eleganz und Exklusivität. Das gilt auch für die Spitzen-Werke von Kirsten Brinckmann. Sie gehört zu den besten Klöpplerinnen der Republik und führt ihr von der traditionellen Spitzenklöppelei inspiriertes Handwerk gerne auch vor (Termine nach Absprache).

2022 02 Pop Up Marina Krog Plissee

Marina Krog: Plissee

Wenn es draußen so richtig ungemütlich wird, sind die Mützen und Kappen von Ulli Meins gefragt. Ihre Kopfbedeckungen für alle Wetter- und Lebenslagen behalten ihre Form, selbst wenn man sie mal schnell in die Tasche steckt. Bei Anna Husemann, der jüngsten Ausstellerin, dreht sich wiederum alles um Farbe, Material und Nachhaltigkeit. Ihre Strickkollektion aus handgefertigten Stirnbändern und Mützen besteht aus in Deutschland gesponnener Schurwolle, natürlichen Garnfarben und einer farbenfrohen, abstrakten Formgebung, die durch eingestrickte Intarsien entsteht. Samira Heidari Nami, die fünfte Textilkünstlerin, lässt sich von ihren orientalischen Wurzeln inspirieren. Ihre reduzierten, minimalistisch-coolen Teppiche aus Industriefilz sind mit abstrakten Ornamenten in Neonfarben bedruckt, die sich bei näherem Hinsehen als Muster-Fragmente traditioneller Perserteppiche entpuppen.

2022 02 Pop Up Ulli Meins vor ihren Mützen und Kappen

Ulli Meins vor ihren Mützen und Kappen

Mit Hubert Steffe und Andreas Wencke sind zwei ganz unterschiedliche Holzgestalter am Gustav-Mahler-Platz zu Gast. Während Andreas Wencke, spezialisiert auf Innenarchitektur und Ladenausbau, Skulpturen aus Holz und Metall zeigt, präsentiert der Bremer Hubert Steffe seine vielfach ausgezeichneten Objekte aus Hirnholz. Seine aus unterschiedlichen Hirnhölzern zu Mosaiken zusammengesetzten Schneide- und Servierbretter sind nicht nur außerordentlich robust, sondern auch ein Schmuckstück in jeder Küche – und, wie alles in dem AdK Pop Up Store, absolut einzigartig.

2022 02 Pop Up Hubert Steffe Holzobjekt

Hubert Steffe Holzobjekt


AdK Pop Up Store
Gustav-Mahler-Platz 1, (Große Theaterstraße, Ecke Colonnaden), 20354 Hamburg,
bis 31. Dezember 2022.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonnabend 11-18 Uhr. Montag geschlossen.

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Arbeitsgemeinschaft des Kunsthandwerks Hamburg e. V. (AdK)
c/o Justus Brinckmann Gesellschaft e.V.
Steintorplatz 1, 20099 Hamburg
Tel.: +49 (0)40 2452 91

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